Hamburg entdecken

Als stolze Bürgerstadt hat Hamburg schon immer einen ganz eigenen Stil gepflegt. Bedacht auf Renommee, aber nicht auf verschwenderische Prunksucht, haben hanseatische Kaufleute im Laufe der Jahrhunderte das Bild der Handelsmetropole geprägt. Tradition und Geschichte sind mit den Sehenswürdigkeiten und Plätzen der Stadt eng verflochten. Sie können in ihrer Berühmtheit vielleicht nicht gerade mit dem Eiffelturm konkurrieren, sind aber nicht weniger einzigartig.

Für Entdeckungen aller Art bietet die Elbmetropole eine Vielzahl von Stadtrundgängen, Führungen sowie Rundfahrten auf Elbe und Alster an. Per Bustour kann sogar ein Containerterminal im Hafen besichtigt werden. Viele bekannte Orte, Museen und Ausstellungen lassen sich auch bequem zu Fuß oder mit dem städtischen Personennahverkehr erreichen.

Rathaus

Das heutige Rathaus ist das sechste in der Geschichte der Stadt und seit 1897 Sitz des Senats und der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Es wurde im Stil der norddeutschen Renaissance nach dem großen Brand von 1842 erbaut. Am 24. Februar findet jedes Jahr im Festsaal des Rathauses das berühmte Matthiae-Mahl mit rund 400 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft sowie dem Konsularischen Korps statt. Es ist das weltweit älteste noch begangene Festmahl, denn die Tradition reicht bis zum Jahr 1356 zurück.

Die prachtvollen Innenräume des Rathauses können besichtigt werden. Auskunft und Anmeldungen für Gruppen sowie für Führungen in englischer und französischer Sprache unter Telefon + 49 (040) 428 31-2064.

Speicherstadt

Die über hundert Jahre alte Speicherstadt gilt als der größte zusammenhängende Warenlagerkomplex überhaupt und wurde 2015 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Die mit kupfernen Dächern, Flaschenzügen und dicken Mauern von 1883 bis 1888 auf Eichenpfählen errichteten Backsteingebäude im ehemaligen Freihafen sind heute eine der Hauptattraktionen Hamburgs.

Wo einst Kaffee gelagert, Tee verkostet und Kakaobohnen in Säcken gestapelt wurden, können Besucher heute im Miniatur Wunderland die größte Modelleisenbahnanlage der Welt bestaunen oder im Hamburg Dungeon Gruselschichten wie die vom Seeräuber Störtebeker erleben. Das Gewürzmuseum gibt einen Einblick in die Historie der Speicher und die Arbeit der Quartiersleute, während im benachbarten Weinkeller auch gefeiert werden kann. Restaurants, Cafés und urige Speicherböden bieten für Veranstaltungen einzigartige Freiräume.

HafenCity & Elbphilharmonie

Mit der HafenCity entsteht seit 2008 ein neues, mehr als 150 Quadratkilometer großes Quartier zwischen Kehrwiederspitze und Elbbrücken. Hier laden das Internationale Maritime Museum, der Traditionsschiffhafen, das Störtebeker-Denkmal und der Cruise Terminal HafenCity zu Entdeckungen ein. Restaurants und neue Locations beeindrucken mit zentraler Lage und freiem Blick auf die Elbe.

Mit ihrer markanten Architektur erhebt sich die Elbphilharmonie als neues Wahrzeichen der Stadt auf dem Sockel des ehemaligen Kaispeichers A. Der von Werner Kallmorgen entworfene Backsteinbau aus dem Jahr 1963 steht auf mehr als 1000 Betonpfählen und trägt das gläserne Haupt des Konzerthauses. Jedes der 1100 gewölbten Fenster ist ein Unikat. Herzstück des Gebäudes ist der in 50 Metern Höhe schwebende Große Saal mit 2100 Plätzen. Er ruht aus akkustischen Gründen entkoppelt von den Außenwänden auf riesigen Federpaketen. Der Kleine Saal hat 550 Plätze und ist für Kammermusikkonzerte, Bälle oder Bankette vorgesehen, während das Kai Studio (150 Plätze) ein Ort für experimentelle Musik ist. Außerdem befinden sich in der Elbphilharmonie ein Hotel, ein Restaurant, 45 Wohnungen sowie ein Parkhaus. Eine 82 Meter lange, gebogene Rolltreppe führt vom Eingangsbereich an der Ostseite zum Panoramafenster mit Blick auf den Hafen.

Von hier gelangt man zur 37 Meter hochgelegenen Plaza. Die 4000 Quadratmeter große, öffentlich zugängliche Aussichtsplattform ist fast so groß wie der Rathausmarkt und bietet ein spektakuläres 360°-Panorama.

Reeperbahn

Die berühmteste und sündigste Meile der Stadt ist mittlerweile anerkanntes Kulturgut. Musikclubs, Theater, Musicals, Restaurants und Bars sorgen für eine neue Mischung im Nachtleben. Ihren weit bekannten Ruf verdankt die 930 Meter lange Reeperbahn dem Hafen und den Seeleuten, die hier früher in Scharen ihre Heuer durchbrachten. Der Name selbst leitet sich dagegen von einem ganz ordentlichen Gewerbe ab. Reepschläger und Seilmacher fertigten ab 1630 auf bis zu 300 Meter langen Bahnen – den Reeperbahnen – das für die Segelschiffe benötigte Tauwerk.

In der jüngsten Vergangenheit wurde hier internationale Musikgeschichte geschrieben. Die Beatles starteten in den Clubs auf St. Pauli Anfang der 1960er ihre Weltkarriere. Musik spielt auf der Meile zwischen Millern- und Nobistor und den angrenzenden Nebenstraßen immer noch eine ganz große Rolle, vor allem im September, wenn zum Reeperbahn Festival die ganze Straße zur Bühne wird. Wer das Viertel in der Gruppe erkunden möchte, findet jede Menge Stadtrundgänge zu verschiedenen Themen.

Jungfernstieg

Direkt in der City erstreckt sich der Jungfernstieg am südlichen Ufer der Binnenalster. Im Jahr 1838 wurde die Straße als erste in Deutschland asphaltiert. Mit ihrer zentralen Lage ist sie ein wichtiger Knotenpunkt und Umsteigestation im Nahverkehrsnetz. Das legendäre Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten, die Alsterarkaden, das Rathaus, Einkaufspassagen und exklusive Geschäfte liegen nur wenige Schritte von der Flaniermeile entfernt.
Ursprünglich war der Jungfernstieg im Mittelalter als Damm aufgeschüttet worden, um mit Hilfe des aufgestauten Flusslaufs eine Kornmühle zu betreiben. Mit der Anpflanzung von Bäumen entstand im 17. Jahrhundert eine Promenade in der Innenstadt, die vor allem sonntags dazu diente, die unverheirateten Töchter angesehener Hanseaten auszuführen. Diese Art der Brautschau war schließlich namensgebend für die Straße. Heute gibt der Jungfernstieg den Blick auf die Fontäne in der Binnenalster und die Alsterschiffe frei, die hier zu Rundfahrten und Besichtigungstouren starten.

Der Michel

Mit ihrem kupfergrünen, barocken Glockenturm ist die evangelische St. Michaelis Kirche an der Englischen Planke das Wahrzeichen Hamburgs. Von Einheimischen wird sie kurz, aber liebevoll einfach „Michel“ genannt. Der 132 Meter hohe Turm ist fast aus allen Winkeln der Innenstadt sichtbar. Seine Aussichtsplattform kann per Lift und über 453 Treppenstufen erreicht werden. Von hier oben bläst der Michel-Trompeter jeden Tag Choräle in alle Richtungen. Werktags sind die Klänge um 10 und 21 Uhr, sonntags und an kirchlichen Feiertagen um 12 Uhr zu hören.

Der Michel ist mit 2.500 Plätzen die größte Kirche Hamburgs und trägt übrigens die mit acht Metern Durchmesser größte Turmuhr Deutschlands. Im Laufe der 400-jährgen Geschichte brannte das aus dem Jahr 1669 stammende Gebäude zweimal bis auf die Grundmauern nieder und wurde komplett wieder aufgebaut. Das heutige Erscheinungsbild des Michels entspricht den Plänen von 1762. In dieser Zeit wurde auch die Krypta ergänzt. Sie kann bei einer Führung besichtigt werden.. Außerdem finden im Michel neben Gottesdiensten auch Konzerte und Lesungen statt. Gleich daneben liegen die historischen Krameramtsstuben, deren Fachwerkhäuser eine typisch Hamburger Hofbebauung aus dem 17. Jahrhundert zeigen.

St. Pauli Landungsbrücken

Genaugenommen handelt es sich bei den St. Pauli Landungsbrücken, um Schwimmpontons, die durch neun bewegliche Brücken mit dem Festland verbunden sind und auf einer Länge von 688 Metern eine Flaniermeile direkt an der Elbe bilden. Die Brücken sind zugleich Hausnummern für Geschäfte und Restaurants. Sie bezeichnen auch die Anlegestelle der städtischen HADAG-Fähren, die mit Nahverkehrstickets genutzt werden können, sowie die Abfahrtsorte der zahlreichen Barkassen, Ausflugs- und Shuttleschiffe zu den Musicals „König der Löwen“ und „Das Wunder von Bern“.

In der Saison legt hier ebenfalls der Katamaran nach Helgoland an. Das imposante Abfertigungsgebäude der St. Pauli Landungsbrücken aus dem Jahr 1909 wurde aus Tuffstein errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Es beherbergt beliebte Restaurants wie das Blockbräu und das Hard Rock Café, Dachterrassen und Souvenierläden. Markantes Zeichen des 205 Meter langen Komplexes ist der Pegelturm, der neben der Uhrzeit auch den Wasserstand anzeigt.

Am westlichen Ende der Landungsbrücken liegt der Eingang zum Alten Elbtunnel. Das technische Denkmal stammt aus dem Jahr 1911 und führt über 426,5 Meter unter dem Fluss zum anderen Elbufer nach Steinwerder. Der Alte Elbtunnel ist für Fußgänger und Radfahrer durchgehend geöffnet und kann gegen Gebühr auch mit dem Pkw befahren werden. Viele Werftarbeiter von Blohm + Voss nutzen ihn heute wie damals als Arbeitsweg. Er diente auch schon als Location für Veranstaltungen und Präsentationen.

Alster

Die Alster entspringt nördlich von Hamburg in Henstedt-Ulzburg als mehr oder weniger unscheinbarer Flusslauf. Bereits im Mittelalter staute man das Gewässer auf, um die Wasserkraft für den Betrieb von Mühlen zu nutzen. Der so entstandene Teich wurde im 17. Jahrhundert durch die Errichtung von Wallanlagen in die Binnen- und Außenalster getrennt. Die beiden Seen mit ihren grünen Ufern, kleinen Fleeten, Kanälen und Villen prägen heute die Stadt und bilden einen reizvollen Rahmen für Freizeit und Erholung.

Eine Besonderheit sind die mehr als hundert Alsterschwäne, die durch städtische Fürsorge ein eigenes Winterquartier haben. Mit 164 Hektar ist die Außenalster ein beliebtes Revier für Segler, Ruderer und Kanuten. Rundherum finden sich Hotels, Restaurants und Locations mit direktem Blick auf das Wasser. Für Gruppen gibt es zahlreiche Incentive-Möglichkeiten – vom Drachenbootfahren bis zur Alsterkreuzfahrt. Zur Flotte der Alsterdampfer gehören historische Oldtimer, aber auch ganz moderne Fahrzeuge wie ein Solarschiff und das weltweit erste Ausflugsschiff mit emissionsfreiem Wasserstoffantrieb.

Elbe

Die Elbe ist seit jeher Lebensader und Hauptverkehrsweg für Hamburg. Sie schafft einen direkten Zugang zur etwa 100 Kilometer entfernten Nordsee und bildet die Grundlage für die Entwicklung des Hafens. Im Rhythmus von Ebbe und Flut laufen riesige Containerschiffe Hamburg an und bringen Waren aus Übersee, von denen ein Großteil per Zubringerschiff, Bahn oder Lkw nach Mitteleuropa, Skandinavien und bis ins Baltikum verteilt werden. Das geschäftige Treiben auf den Umschlagterminals können Hamburg-Besucher am besten bei einer klassischen Hafenrundfahrt oder einer Bustour erleben.

Alternativ lohnt sich ein Ausflug mit den HADAG-Fähren, vorbei an den St. Pauli Landungsbrücken, der Fischauktionshalle und dem Museumshafen Oevelgönne bis nach Teufelsbrück, wo die Elbchaussee entlangläuft und der Jenischpark zum Spazierengehen einlädt. Zahlreiche Beach Clubs verwandeln im Sommer das Elbufer in eine Freiluftlocation mit Urlaubs- und Strandfeeling. Am und auf dem Wasser bieten sich zudem für Veranstaltungsplaner eine Fülle von Optionen für unvergessliche Events mit typisch Hamburger Flair.

Museumsschiffe

Schon weithin sichtbar grüßen mit der Dreimastbark „Rickmer Rickmers“ und dem Stückgutfrachter „Cap San Diego“ zwei große Veteranen der Schifffahrt an der Überseebrücke die Gäste. Mit ihrem schlanken grünen Bug und der hohen Takelage ist die 1896 in Bremerhaven gebaute „Rickmer Rickmers“ eine Erscheinung aus der Zeit, als noch schnittige Windjammer die Meere durchquerten, um Reis aus Hongkong oder Salpeter aus Chile zu holen. Heute ist das Schiff mit seinem Bordrestaurant und wechselnden Ausstellungen Museum und Veranstaltungslocation. Wagemutige Abenteuerer können im Team hoch in die Masten klettern oder in kleinen Gruppen beim Rätselspiel „Hidden in Hamburg“ etwas über hanseatische Geschichte lernen.

Auch die „Cap San Diego“ hat einen bordeigenen Hochseilgarten. Wer ihn erklimmt, schwebt rund 30 Meter über dem Wasserspiegel. Der 1961 gebaute Frachter gehörte ursprünglich zu einer Serie von sechs Schiffen der Reederei Hamburg Süd, die wegen ihrer eleganten Rumpfform berühmt waren. Es ist das größte noch in Fahrt befindliche Museumsschiff der Welt und kann auch für Charterfahrten gebucht werden. Die Schiffsluken, der Salon und das Pool Deck stehen für Meetings, Empfänge und Feiern zur Verfügung. Noch älter als die „Cap San Diego“ ist die 1958 gebaute MS „Bleichen“, die neben dem Hafenmuseum am Bremerkai im Hansahafen liegt. Wer an Bord feiern möchte oder eine exklusive Ausfahrt plant, findet im Traditionsschiffhafen in der HafenCity und im Museumshafen Oevelgönne eine ganze Flotte historischer Schiffe. Darunter auch welche, die noch mit Dampf betrieben werden, wie die „Scharhörn“ und der Eisbrecher „Stettin“.

Auswanderermuseum Ballinstadt

Dem Thema Auswanderungist mit der Ballinstadt ein eigenes Museum gewidmet. Es entstand genau dort, wo Albert Ballin, Generaldirektor der Reederei Hapag, 1901 die Auswandererhallen errichten ließ. Von 1834 bis 1920 verließen rund fünf Millionen Menschen aus Europa ihre Heimat über Hamburg, um im fernen Amerika ihr Glück zu suchen. Die Auswandererwelle war für die Schiffseigener ein lukratives Geschäft. Es brachte aber auch Probleme durch eingeschleppte Krankheiten mit sich, die sich durch die harten Bedingungen an Bord schnell ausbreiten konnten.

Die Hallen waren daher eine Art moderne Quarantäne-Station und dienten zugleich der Sicherheit der Passagiere, die nicht selten vor ihrer Abfahrt von Betrügern um ihre Habseligkeiten gebracht wurden. Das Museum zeigt in sieben Kapiteln, welche Strapazen die Menschen bei der Überfahrt auf sich nehmen mussten.

Es beherbergt außerdem ein Familienforschungszentrum, das die interaktive Suche nach ausgewanderten Familienmitgliedern ermöglicht. Die weitläufigen Hallen bieten darüber hinaus Raum für Veranstaltungen mit bis zu 400 Personen. Für die Anreise zum Museum auf der Veddel kann der Barkassenshuttle der Maritime Circle Line genutzt werden, der von den Landungsbrücken 10 abgeht.

Fotos: Michael Zapf / Architekten Herzog & de Meuron*, Sven Schwarze*, Jörg Modrow*, Christian Spahrbier*, Christian Spahrbier*, Christian Spahrbier*, panthermedia.net / Carl-Jürgen Bautsch, Christian O. Bruch*, Christian Spahrbier*, Elbe & Flut – Thomas Hampel*, Elbe & Flut – Thomas Hampel*, Sven Schwarze*, Iris Herzog*, Christian Spahrbier*, Roberto Kai Hegeler*, Christian Spahrbier*, Jörg Modrow*, Christian Spahrbier*, Andreas Vallbracht*, Sven Schwarze*, Christian Spahrbier*, Christian Spahrbier*, Christian Spahrbier*, Michael Zapf*, St. Wallocha*, Andreas Vallbracht*, Jörg Modrow*, Christian Spahrbier*, Sven Schwarze*, Sven Schwarze*, Christian Spahrbier*, Kai Uwe Gundlach*, Roberto Kai Hegeler*, Andreas Vallbracht*, Christian Spahrbier*, Christian Spahrbier*, bis Media*,  Christian Spahrbier* | *www.mediaserver.hamburg.de